
Gretchen fan Weber
范冬妮
Gretchen fan Weber ist Regisseurin, Bühnen-/Videodesignerin und Forscherin im Bereich der psychologischen Ästhetik. Sie kommt aus Beijing und lebt in Hamburg. Nach ihren Anfängen im Videodesign liegt ihr künstlerischer Schwerpunkt heute auf der Regie und Ausstattung für das intermediale Theater.
Ihr besonderes Interesse als Regisseurin gilt dem experimentellen Musiktheater. Sie verschmilzt sie darstellende Kunst mit Erkenntnissen aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Im Rahmen ihrer Promotion forscht sie zu autobiografischem Gedächtnis, Musik und ästhetischen Erfahrungen. Diese psychologischen Erkenntnisse nutzt sie als Werkzeug für die Bühne: Sie entwirft Raumelemente, die die ästhetische Erfahrung des Publikums gezielt formen.
Ihre Theaterlaufbahn begann sie als Videokünstlerin an Häusern wie der Oper Bonn – unter anderem für Faust (Goethe), Leonore 40/45 (Liebermann), Arabische Nachtmusik (Mozart) und Rigoletto (Verdi) – sowie am Theater Erfurt für Das Rheingold (Wagner). In den letzten Jahren übernimmt sie zunehmend inszenatorische und raumübergreifende Aufgaben. 2024 gestaltete sie Bühne, Kostüm und Video für die Uraufführung von Die Reise nach Westen (Chen) in Rostock. 2025 entwarf sie das visuelle Design für Elias (Mendelssohn Bartholdy) am Theater Erfurt sowie interaktive Animationsprojektionen für die Uraufführung der Oper Die Blaue Sau (Schreier), die in Echtzeit auf die Sänger:innen reagieren. Eine prägende Erfahrung war zudem ihre Mitarbeit an Robert Wilsons Produktion von Tristan und Isolde (Wagner) im Jahr 2026.
Aktuell ist sie bei zwei Produktionen auf chinesischen Theaterfestivals tätig: als Visual Artist für Wen Cheng (Aranya Theaterfestival) sowie als Regisseurin und Dramaturgin für Fluss (Wuzhen Theaterfestival). Diese vielfältigen Disziplinen führt sie bei ihrem nächsten Projekt weiter zusammen: Für die Neuproduktion der Operette Boccaccio (von Suppè) in Rostock verantwortet sie als Co-Regisseurin sowie als Bühnen-, Kostüm- und Videodesignerin die ganzheitliche Umsetzung.

